Als Weihnachten war

Als Weihnachten noch Weihnachten war
und der Tannenbaum noch ein Tannenbaum
als die Krippe noch eine Krippe war
und ich ein Kind

Da bin ich mit meinem neuen Fahrrad
durch den Schnee in der Weihnachtsnacht gefahren
hin und zurück, immer wieder

Ich habe Spuren im Schnee gemacht
und furchtbar gefroren

Ich war damals glücklich wie nie zuvor

(12.2015)

Du am Meer

Ich sehe dich unter Wolkentürmen
an Stränden weiß wie Glas
ich sehe dich durch die Priele wühlen
mit Füßen bar und nass

Ich seh´ dich in Kaffee´s rumhocken
mit rot verbrannter Stirn
seh´ Sand in deinen roten Socken
komm´ bald zurück zu mir

(10.2015)

-
„Mit zunehmendem Alter wird mir die Meinung anderer immer mehr egal und die meine mir immer mehr wert. Andere nennen das Altersstarrsinn. Ich nenne es: Gelassenheit!“

(09.2015)

-
„Es ist egal in welcher Stadt du wohnst.
Das was Zuhause ausmacht, sind deine Freunde.“

(08.2015)

„Lovejoy“

Ein Komet wird fliegen heut´ vorbei
an unsrer lieben Erde Einerlei
wird kratzen ihrer Rinde Raum
und meines Schlafes tiefen Traum

wird schweben fort ins Univers
mit Wunder buntem Schweif zuerst
dann allein
wird sein

(01.2014)

Regen

Schön getrübter Tag
Regen auf der Scheibe lag
sehen, wie´s die Zeit verrinnt
Gedankenzeit sich nimmt

lass mich melancholisch treiben
doch ich will nicht länger bleiben
mehr fühlen wie´s das Zeitliche verregnet
wo sich Raum und Zeit begegnet

muss jetzt durch die Wälder matschen
durch graue Waldgedanken stapfen

(01.2015)

Ja wie denn?

Wie soll ich denn das Leben spüren?
Wie soll ich Gedankenkraft berühren?
Wie soll ich denn das alles machen?
Wie soll ich all die wirren Sachen raffen?

Wie find´ ich Halt in meinem Zaum?
Wo ist denn mein Gedankenruheraum?

Wenn ich höre die Gedanken spleißen!
Wenn ich fühl´ das Auseinanderreißen!

(01.2015)

Gedanke zu Weihnachten

Und Jesus sprach:
lasset die Kinder zu mir kommen.
Und alle kamen.
Die kleine Frieda von nebenan,
die ein wenig lispelt.
und der Sven,
der immer so schüchtern ist.
Der niemanden so richtig anschauen kann,
wenn er spricht.
Die Elisabeth,
die klein und zart ist,
fast zerbrechlich.
Und noch viele andere.

Und alle kamen und staunten.
Alle saßen um Jesus herum,
und alle waren gleich vor ihm,
und hörten seine wunderbaren Geschichten.

(12.2014)

Suche

ich suche und ich finde nicht!
ich will es und ich kann es nicht!
ich schreibe aber lese nicht!
ich fühle aber gebe nicht!

was ist ich?

(2014)

Was ich dringend mal sollte

ich sollte mal eine Geige streichen
nicht vom schiefen Klang des Darmes weichen
ich sollte eines Berges Spitz´ erklimmen
seine Höhe gar in Fuß bestimmen

ich sollte eines engen Tanz´ mich wagen
trotzdem in Weibes Nähe Ruh´ bewahren
ich sollte mal ´nen Elefant bereiten
seine Kräfte spüren sondergleichen

all das sollte ich mal machen
für der liebe Seele Sachen
wenn ich denn dann habe Zeit
wenn ich denk: es ist so weit

ich soll´mal nen Estrichtboden neu verfüllen
auf Biegen und Brechen Matsche schmieren
sollt´ geben einen Kurs: „Das Jauchzen 2″
was andere dann denken ist mir einerlei

ich sollte mal eines Taifuns Kraft verspüren
mit allen meinen Kopfsensoren
ich sollte mal ´ne Zigarette rauchen
auch mal richtig kräftig saufen

all das sollte ich mal machen
für der liebe Seele Sachen
wenn ich denn dann habe Zeit
wenn ich denk: es ist so weit

ich sollte mal Ballon mal fahren
meine Höhenangst im Zaume haben
ich sollte mal nen Kuchen backen
mit Zimt und Weihnachtswundersachen

ich sollte mal ne Dampflok schieben
die Bandscheiben nur so heraus dann fliegen
überhaupt sollte ich mich mal gesund bekochen
besonders lang, auch über Wochen

all das sollte ich mal machen
für der liebe Seele Sachen
wenn ich denn dann habe Zeit
wenn ich denk: es ist so weit

ich sollte mal am Nordkap schreien
meinen Kopf von altem Mist befreien
ich sollte mal in ´nem Dschungel wühlen
lange Nattern auch vom nahem fühlen

ich sollte mich im Kopfstand üben
mich mit Ameisen im Haar bekriegen
ich sollte mal tief im Meere tauchen
staunend Lebensluft verbrauchen

all das sollte ich mal machen
für der liebe Seele Sachen
doch ich wart´ Sankt Nimmerlein
bis ich sink ins Zimmerlein

(12.2014)

Gedanke

Wie kann es mir gehen?
versuche ich doch auf den Zehen zu laufen,
mit zum Himmel gereckten Armen,
dem Glück entgegen.

(11.2014)

Was bleibt

Ein gelbes Taxi, ein blaues Taxi.
Was bleibt, wenn Liebe geht?
Kaffeegestühl geflochten mit geradem Sitz.
Versuchen Haltung zu wahren.
Ich lass mich trotzdem gehen.
Blicke auf eine Kreuzung.
Ein Blechtanz mit geordnetem Chaos.
Was bleibt, wenn Liebe geht?
Hat die Seele dann ein Loch?
Womit das Loch befüllen?
Oder beult sie sich selber aus?
Ein weißer Bus, ein roter Bus.
Wahrscheinlich braucht sie Zeit der Erholung,
aber woher die Zeit nehmen?
Die Geduld.
Mein Kaffee wird gebracht,
mit weißer Krone und küsst mich.
Was bleibt, wenn Liebe geht?
Lebe mein Leben in Erinnerungen.
Warum darf ich nicht Leben leben?
Die Straßenlaternen gehen langsam an.
Die Stadt erwacht.
Ein leerer Bus fährt sich spazieren.
Ein Pickup mit einer Waschmaschine auf der Ladefläche
fährt in den Kreisverkehr und schaltet in den Schleudergang.

(09.2014)

Gute Nacht

Wäre ich eine Nacht im Leben
und würde durch das Dunkle segeln
vorbei an Astgeknarre, Eulenlaut
der Himmel dunkle Wolken baut
wenn alles schläft in tiefem Traum
die meisten wirre Schlösser bau´n
dann würd´ ich durch das Dunkle schleichen
um die vielen Häuser sondergleichen
vielleicht an deinem Fenster brausen
ein bisschen deine Träume grausen
doch im Grund´ bin ich ja ein guter Geist
also manchmal, jedoch nicht immer, meist

(2014)

Was Liebes

ich such schon ewig meines Lebens Glück
die Suche macht mich ganz verrückt
kaum findet sich etwas
dann fühlt sich´s an wie Glas
kaum das man berührt es
das man spürt es
dann zerspringt es
und man verliert es

Lieber Gott, wenn es dich gibt
mach, dass sich was Liebes liebt

(05.2013)

Eigen Ich

manchmal glaube ich, das ich misslungen
denke an viele Zeiten, Stunden
die ich dunklen Mutes hab´ verbracht
die ich wachlag mit der Nacht

das ich viele Fehler, Mist gebaut
gefehlt, als Liebe ein zuhaus´ gebraucht
gescheut, wo man besser zu man greift
begriffen und dann spät bereut

jedoch, ich muss am Riemen reissen
mir wohl selber es beweisen
das ich nicht so in den Strudel taumle
es zieht so viel, das ich mich bäume

so fühlt sich´s an mein eigen Ich
ein jeder hat nur selber sich

(05.2013)

Wie

Wie krieg ich mich,
verliebt so sollte ich
mein Ich verleben

Wie find´ ich dich,
fühlen deiner selber sich
und spüren

(2012)

Sinn

Wer kann mir geben meines Lebens Sinn?
Wer kann Gedanken Richtung gehen?
Wer kann den Wolkentau befühlen?
Wer fliegt des Vogels Feder Flügel?
Pfeilschnell durch der Wolken Hügel.

Ist es Gottes Werk?
Ist es Gottes Werk?

Sicher ist es Gottes Werk!

Wer kann mir geben Gottes Lebens Sinn?

(2011)

Maria

„Hast du den Eimer ausgespült Maria?“, fragte die dickbebrillte Verkäuferin hinter der Kantinentheke.
Ihre Augen schienen irgendwie verwischt, so das ich mir unweigerlich die meinen rieb. Sie meinte den Eimer in dem Maria, eine kleine dicke Frau, das Leergut wiederbrachte.
„Ja!“, sagte sie, „Eima gutt!“.
„Den Eimer, hast du den saubergemacht?“, wiederholte die Verkäuferin.
„Eima hia!“, sagte Maria, „Kuck, Eima gutt! … Muss!“, hängte sie aus unerfindlichen Gründen noch hintenan.
„Muss!“, sagte sie noch einmal und lachte mich frech an.

(1999)

Wenn ich
hingegen
mit dir
mich frage
wenn ich allein bin
ich und du
dann könnte
ich mir
obwohl ich total daneben
dann
könnte
ich mir
einiges
vor
ja
stellen
das wir
ich und du
meine ich
das du
das wir
sozusagen
das wir
sehr glücklich
sein können
besonders ich

(ca. 2000)

Wo warst du?

Am Himmel atmet ein Zeppelin ein und aus
ein Autobahnschild winkt mich freundlich heran
Straßenmarkierungen verstreichen sich
Lichter sausen umher
ein Verkehrzähler zählt sich am Straßenrand dumm und dusselig
eine Brücke schägt lustig Brücken
ich kurbel das Seitenfenster herunter
der Wind rauft an meinen Haaren
und andauernd frage ich mich:
wo zum Teufel warst du die ganze Zeit?

(199x)

-

Im Taumel mit dem Fliegentod
tanzen wir uns weit ins Abendrot
Caspar, Melchior, Balthasar
gebeugt zusammen tanzt die Schar
den Todesreigen einzuverleiben

der Himmel leuchtet in Ozon
oha, jetzt fällt der Caspar um
liegt da, mit Flecken in oliv
die Nase steckt im Sande tief
der Po weit in die Höh´

DDT, sagt trocken uns´re Ärzteschaft
nahm ihn uns weg in Todeshaft
doch weiter blühe niemanden Gefahr
denn 19 ppm pro Jahr
sind ja gar nicht so viel

im Taumel mit dem Fliegentod
tanzen wir uns weit ins Abendrot
ein mancher nicht mehr atmen kann
denn im Chemodickicht fällt der Tann´
und sticht mit seinen Nadeln

(1990)

Postulat in Sachen Wind

Ich lernte Claudia kenne, als ich Student war und mich mehr oder minder damit beschäftigte, mein Handeln abhängig vom Ergebnis langer Formeln zu machen. Sie war gerade fünf geworden.
Da sagte sie eines Tages, ganz beiläufig: „Die Bäume machen den Wind!“
Sie saß auf der Schaukel und ich schob sie gerade von hinten an. Manchmal jauchzte sie dabei. Wie sie denn darauf komme, fragte ich sie.
„Aber das ist doch logisch, deshalb bewegen die sich doch!“
Dann schwang sie wieder ihre Beine in die Luft, schaukelte weiter was das Zeug hielt und ließ mich vollkommen im Dunkeln. Ich schob sie brav weiter an und war still. Sie jauchzte. Und je mehr ich den Bäumen seit dieser Zeit zuschaue, wie sie sich dehnen und wiegen, wie jede Bewegung eine Qual für sie zu sein scheint und sie mit jedem Ast knarren, dann glaube ich, daß sie Recht hatte. Die Bäume machen wirklich den Wind.

(199x)

spiel des lebens

an manch faden tagen
könnte ich es wagen, ja wagen
mal sagen, so wie morgen
ein geheimes spiel mir auszuborgen

im gegenlicht mit der natur
eben ein ganz besonderes nur
doch solch ein spiel, das gibt es nicht
und das ist ärgerlich, ja ärgerlich

Wenn eine sechs ich würfle, beispielsweise
eine frage ich dürfte stellen und sei sie
noch so sehr durchtrieben
ihre antwort aber wahr geblieben

dann würde ich das mit dem leben
und all dem anderen daneben
dem Zerbrochenen
und Weggenommenen

dem guten und dem schlechten
dem maßlos ungerechten
dem sinn des leidens
warum der mensch so oft allein ist

dann würde ich das mit dem leben
und dem anderen daneben
das würde ich herausbekommen
jetzt alles nur mal angenommen

Würfeln täte ich fragen, fragen
und euch später sagen
wie das mit dem leben ist
wenn der Vorhang unten ist

(1989)

Spontane Abfuhr

Kartoffelsalat, Würstchen, ein Brötchen mit Zwiebeln. Mehr ist nicht da. Ich harke mir die traurigen Reste auf einen zerbrechlichen Pappteller. Die Wurst rollt erregt im Hipp-Hopp Rhythmus hin und her. Sie weiß, was ihr blüht. Ich beruhige sie mit einem Kleks Senf, der sich an sie schmiegt. Nachdem ich die Gruppe der sich wild zur Musik bewegenden Legasteniker überwunden habe, fehlt meine Wurst. Die mit dem Senf. Dann suche ich wieder mein Bier. Ach, da steht es ja! Bier betäubt die Sinne weitaus besser als Wurst, denke ich und steuere einen Sitzplatz an.
Ich pflanze mich neben eine Frau auf die Bank, schraube mir den Teller auf die züchtig verschränkten Beine und esse meine imaginäre Wurst.
Italienerin ist sie, sagt sie. Abitur hier und Urlaub zuhause. Weihnachten und so. Ich nicke. Schöne Sprache schmatze ich, lege dabei mein -was machst du nachher- Lächeln auf so gut es geht. Es geht. Ihre dunklen italienischen Augen funkeln mich an.
Du hast da Kartoffelsalat am Kinn, sagt sie mütterlich. Ich schmiere ihn ans Tischtuch. Danke! Wer macht sich schon gerne lächerlich? Plötzlich steht aus heiterem, verqualmtem Himmel ein neuer Freier vor uns und glotzt uns ins Bier. Seine bejeansten Genitalien schaukeln in Augenhöhe. Glotzt immer weiter, stiert richtig. Er weiß aber nicht so recht, was er sagen soll, deshalb bleibt es erst einmal dabei. Wahrscheinlich will er sich zwischen uns drängen und mir die kleine Italienerin abspenstig machen. So wird es sein.
Das Mädel schaut mich an und ich sie. Dann nimmt sie meine Hand, streichelt sie und sagt zu ihm:
„Du störst!“
Ganz einfach so.
„Genau“, antworte ich spontan, „Sie unterbrechen gerade eine Liebeserklärung, junger Mann!“
Damit greife ich ihren Arm und streichel ihn ebenfalls. Die zarten, fremden Haare darauf erregen mich. Dann quaakt sie:
„Wir wollen nämlich heiraten!“
„Nächste Woche Samstag!“, belle ich.
Zu diesem Zeitpunkt halten wir uns schon fest umschlungen und geben ein gar herziges Bild ab. Dabei kannten wir uns erst seit zwei Minuten. Der Freier, dessen Genitalien mir mittlerweile schon etwas vertrauter waren, schien zu überlegen. Davon zeugt sein offener Mund. Hin und Her überlegt er, von wegen Heirat und so, während wir ihm Wange an Wange ein Lächeln schenken und ein -Ja, ich will- hauchen.
Er zog wortlos ab, verschwand im Bier und ward nimmer gesehen.

Bleibt nur noch zu sagen, daß wir viel zu schnell die Finger voneinander gelassen haben. Eigentlich direkt danach. Eine Verabredung ist daraus geworden, ein flüchtiger Kuß, nicht mehr.

(198x)

Am Ende der Welt

In einem kleinen Städtchen wird unsere Geschichte spielen. Eine kleine Stadt überschaubare Größe, in der ein Gasthof in unmittelbarer Nähe zu einer Kirche liegt, eingebettet in große Kastanien, die ihre stacheligen Früchte auf polierte Autos werfen. Alles wird eingeschnürt sein, durch eine Straße. Zur Inszenierung lasse noch eine zweite Wirtschaft dazukommen, deren Tür und Tor weit geöffnet ist und ihre Lebensfreude weit ins Land schreit. Fröhlich kreischende Menschen werden zu hören sein. Ab und zu wird ein Glas herunterfallen, begleitet von dem Ruf nach einem neu gefüllten. Um die Komponenten nicht unnötig erscheinen zu lassen, staffiere das Ganze mit einem gleichmäßigen Musikteppich aus, durch den sich die Stimmen quälen müssen. Bunte Lichter werden Schatten auf die Straße werfen. Wenn es nötig erscheint, könnten auch besonders breite Reifen versuchen, Asphalt in eine Umlaufbahn zu bringen.
Auf der einen Seite also diese Wirtschaft, die ihre Besatzung nährt und ertränkt, während auf der anderen Seite wie in eine gelangweilte Insel der Gasthof unter den wunderschönen alten Kastanien sein beschauliches Dasein führt. Lichterketten werfen mit schmeichelndem Licht um sich, ein Kellner in Livree stolziert über den Kies und übersieht meine Bestellung schon zum zweiten Mal. Um mich herum hält man altmodisch Händchen, schaut sich tief in die Augen, küßt verhalten. Ich schaue zärtlich in mein Glas. Mist, schon wieder ein Steinchen im Schuh.
“ Give me hope Jo´hanna, hope Jo´hanna !“, singt es aus der Kneipe gegenüber, jemand lacht.
“ Vier Bier !“.
“ Sofort !“.
Ein paar Grillwürste braten sich im Hintergrund und beleidigen meine Nase. Ein Kellner leckt sich die Finger ab und greift in die Kasse.
„Give me hope Jo´hanna, hope Jo´hanna, until the mornin´ comes!“, singt es aus der Kneipe gegenüber und jemand lacht.
„Apartheid“, sagt mein Gegenüber, „das Lied handelt von Apartheid“.
„Wie weit ist es wohl von hier nach Pretoria ?“, frage ich.
„Keine Ahnung “.
Ein dicker Bauch schiebt eine zierliche Frau vor sich her zum Ausgang und grinst süffisant wie ein Metzger, der ein Schwein schlachten will. Die Würste sammeln weiter meinen Speichel.
„Give me hope Jo´hanna, hope Jo´hanna“, singt die Stimme vom anderen Ende der Welt.
„Ich glaube, Pretoria ist verdammt weit weg !“, sagt mein Gegenüber.

(198x) (Dank an Uli)

A bis Zu

a

zu
zu wenig
zu wenig lachen
zu wenig sprache
zu wenig gemeinsam
zu wenig hilfe
zu wenig herz
zu wenig
zu

zu
zu viel
zu viel erwartet
zu viel geärgert
zu viel genörgelt
zu viel trostloses gemecker
zu viel abgewiesen
zu viel hass
zu viel
zu

zu
zu wenig
zu wenig liebe
zu wenig angefasst
zu wenig leichtigkeit
zu wenig spaß gehabt
zu wenig leben gespürt
zu wenig sonne und Croissants
zu wenig hoffnung gehabt
zu wenig licht gesehen
zu wenig Zukunft
zu wenig
zu

zu ende

(198x)

Alle Texte © Achim Dietz